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Glaubenssätze finden und verändern

Ich habe einen neuen Glaubenssatz gefunden. Der Glaubenssatz lautet „Ich bin dumm“.

Die Frage die sich nun stellet lautet: „Woher kommt dieser Glaubenssatz?“ und „Wie kann ich den Glaubenssatz ändern?“ Aber beginnen wir kurz von vorne:

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze sind Aussagen, an die wir glauben. Die Glaubenssätze die unser Leben beeinflussen haben nichts damit zu tun das wir glauben die Farbe „blau“ ist „blau“. Es geht hier um viel mehr. Bei Glaubenssätzen geht es um einen Glauben über die Welt, oder um uns selbst, die innere Einstellung. Diese Glaubenssätze steuern unterbewusst unser Leben.

Nehmen wir an ich habe einen Glaubenssatz „Alle sind gegen mich!“ als Beispiel. Wenn alle Menschen gegen dich sind, dann ist das Leben ein Kampf. In der Kommunikation wirst du Aussagen immer schnell persönlich nehmen wenn Inhalte darin sind, die Kritik aufweisen können.

Die Kommunikation ist immer verschieden und läuft etwa so ab. Dein Gesprächspartner hat ein Bild im Kopf und beschreibt dieses Bild durch seine Wörter die er ausspricht. Du nimmst diese Wörter auf und „bastelst“ dir ein Bild im Kopf wieder zusammen, denn wir Menschen denken in Bildern. Aus diesem Grund kommt es sehr häufig zu Missverständnissen – gerade in einer Partnerschaft ist dies sehr häufig ein Grund für Streitereien – Missverständnisse.

Aber zurück zum Thema. Da du den Glaubenssatz hast, dass alle gegen dich sind, bastelst du dir das Bild immer so im Kopf zurecht, damit ein Bild entsteht das jemand gegen dich ist. Du suchst ganz automatisch und unbewusst nach Anhaltspunkte die gegen sich sprechen. – Soweit mal gar nicht so schlimm, denn manchmal ist ein bisschen Vorsicht ganz angebracht.

Das Problem kommt nun – weil du denkst, dass alle Menschen gegen dich sind, bist du auch gegen die anderen Menschen. Du verhältst dich gegenüber den anderen aggressiver und kämpfst gegen die anderen, weil du ja denkst das sie gegen dich sind – auch wenn es nicht stimmt, denn du kannst nicht bestimmt sagen wer gegen dich ist.

Echtes Beispiel. Meine Frau arbeitet mit einer Person zusammen die diesen Glaubenssatz tatsächlich hat. Sie ist unfreundlich, keiner mag mit ihr zusammenarbeiten, denn sie rastet immer gleich aus. Wenn andere (kleine und unbedeutende) Fehler machen, dann schreibt sie sich die Fehler auf, stellt die Person zur Rede die diese Fehler verursacht hat und reagiert dabei recht aggressiv. Sie kämpft gegen die anderen an – weil sie denkst, dass alle gegen sie sind.

Sie selbst macht allerdings mindestens genau so viele Fehler und wenn sie darauf angesprochen wird – sucht sie Ausreden, reagiert sehr gereizt und aggressiv – sie muss sich verteidigen. Es ist für sie sehr stressig, dieser Kampf und das merkt man wohl auch im Arbeitsalltag, denn sie ist ständig überfordert.

Ständig versucht sie die Kollegen gegenseitig auszuspielen, denn durch den Glaubenssatz ist es für sie schwierig im Alltag zurecht zu kommen. Sie begann ohne einen sachlichen Grund zu haben, gegen die Kollegen zu kämpfen (weil sie dachte; alle sind gegen sie). Die Kollegen fühlen sich durch den Kampf sehr häufig persönlich angegriffen und lassen sich natürlich so ein Verhalten irgendwann nicht mehr gefallen und setzen sich zur wehr. Dadurch hat sich der Glaubenssatz für die Person bestätigt; alle sind gegen sie und sie hat es nun schwerer in der Arbeit weil sie noch mehr kämpfen muss.

Es ist ein Teufelskreis, mit den Glaubenssätzen. Meine Frau hat mal im privaten Gespräch mit ihr den Glaubenssatz herausgefunden. Sie hat den Glaubenssatz nicht nur im Beruf, sondern auch im Privatleben. Das ist ein schlimmer Glaubenssatz – aber auch dieser Glaubenssatz würde sich verändern lassen.

Woher kommt dieser Glaubenssatz?

Die Glaubenssätze kommen durch unsere Vergangenheit. Wir hatten eine Situation in der wir diesen Glaubenssatz aufgenommen haben. Entweder wurde es uns immer wieder gesagt, oder wir haben in einer Situation sehr stark danach empfunden – dann speichert sich der Glaubenssatz in unserem Unterbewusstsein ein. Wenn wir dann vielleicht noch bewusst immer wieder nach Bestätigung in der Vergangenheit suchen, dann ist der Glaubenssatz ganz schnell im Unterbewusstsein verankert und wir handeln unbewusst so.

Mein Glaubenssatz kam in der Kindheit. Ich habe zwei Brüder und habe immer wieder gehört „Du bist dumm!“. Ich bekam von meinen Eltern wenig Aufmerksamkeit und ich erinnere mich, dass ich öfters gesagt habe – „Ich bin dumm!“. Das hat meiner Mutter logischerweise nicht gefallen und ich bekam etwas Aufmerksamkeit. Irgendwann war ich der Überzeugung ich bin dumm. Das führte wiederum dazu, dass ich nicht in der Schule gelernt habe usw. Ergibt für mich im Nachhinein alles einen Sinn, warum ich den Glaubenssatz habe. So ist der Glaubenssatz bei mir entstanden.

Wie habe ich den Glaubenssatz gefunden?

Die Glaubenssätze spielen sich im Unterbewusstsein ab. Wir Menschen denken sehr viele Gedanken jeden Tag – die meisten davon sind unbewusst. Du kannst die Glaubenssätze nur finden, wenn du auf dein inneres hörst – wenn du deine unbewussten Gedanken wahrnimmst und etwas darauf achtest. Du bemerkst die Glaubenssätze immer nur zufällig – wenn du unbewusst gerade daran denkst, oder an eine Situation denkst in der sich der Glaubenssatz eingespeichert hat. 

Bei mir war das nach dem Lesen von einem Buch – ich habe dann die Gedanken schweifen lassen und war auf dem Weg zur Toilette. Die Gedanken sind in die Vergangenheit abgeschweift – und da war er; Ich sagte ich mir selbst ich sei „dumm“! 

Hier ist nun die Kunst den negativen Glaubenssatz sofort zu erkennen und inne zu halten. Ich hab mich selbst gefragt was ich denn da für einen Quatsch mache! Wer sagt denn das ich dumm bin? Und da habe ich bemerkt, dass es sich um ein Glaubenssatz handelt. Es ist also wichtig, das du dich selbst prüfst und negatives analysierst. So – und nur so (meines Wissen) kannst du den Glaubenssatz finden.

Ich habe sicherlich noch viel mehr solcher negativen Glaubenssätze, aber die Gedanken kommen so schnell und sind so schnell wieder weg, dass man zu einem Großteil die Gedanken nicht erkennt.

Wichtig ist einfach, dass du zu dir selbst nichts schlechtes sagst. Das sind alles negative Gedanken und Glaubenssätze – negative Selbstgespräche sind verboten! Nur positives kannst du zu dir sagen. Du bist ein Mensch – du ein mächtiges Wesen und wer etwas anderes sagt liegt falsch. Es liegt in der Natur des Menschen nicht perfekt zu sein – aber das ist auch nicht notwendig und ist auch gut so – das macht uns Menschen erst interessant! Es gibt kein Mensch ohne Fehler und Schwächen – trotzdem hat es kein Mensch verdient das es sich selbst innerlich verbal missbraucht! Soviel dazu.

Wie kann ich die Glaubenssätze verändern?

Es gibt zwei hervorragende Techniken mit der man den Glaubenssatz verändern kann.

1. Autosuggestion
Spreche dir jeden Tag mindestens 10x eine Autosuggestion vom Gegenteil. Der Zeitraum sollte mindestens 30 Tage betragen. Keinen Tag auslassen sondern 30 Tage hintereinander, sonst wirkt es nicht so stark. Spreche vor dem Spiegel und schaue dir dabei in die Augen. Allerdings würde ich bei einem starken und wichtigen Glaubenssatz, den Glaubenssatz über mindestens 6 Monate sprechen. 

Spreche das Gegenteil von dem Glaubenssatz den du hast, bzw. spreche den Glaubenssatz den du möchtest. In meinem Fall werde ich den Glaubenssatz „Ich bin intelligent und sehr klug!“ sprechen. 

Ich habe vor kurzem einen Artikel geschrieben in dem du mehr Informationen über die Autosuggestion bekommen kannst: So machen Suggestionen erfolgreich

2. Beweise suchen
Zusätzlich kannst du dir Beweise suchen, die den neuen Glaubenssatz bestätigen. Dies dringt sehr stark in das Unterbewusstsein ein. Es ist wichtig das du diesen Schritt handschriftlich ausführst – auf dem PC hat die Übung bei weitem nicht so einen Erfolg.

Du nimmst dir ein Blatt Papier und schreibst zum Beispiel als Überschrift „Ich bin intelligent und sehr klug!“. Dann beginnst du mit „Meine Beweise dafür“. Lässt du deine Gedanken in die Vergangenheit abschweifen und suchst dir Situationen in denen du dich klug und intelligent verhalten hast. Wenn du eine Situation gefunden hast, dann lasse dir kurz Zeit – fühle in die Situation hinein und stelle dir alles noch einmal ganz genau vor. Wie hat es sich angefühlt so klug und intelligent zu sein. Bleibe einige Minuten in der Situation. Schreibe dann genau die Situation auf und Begründe warum du klug und intelligent dort warst. Überlege weiter, suche nach weiteren Beweisen und finde mindestens 15 Beweise. Versuche so viele wie möglich zu finden und gehe immer mit der gleichen Technik damit um. 

Wenn du das durchziehst – dann ist der neue Glaubenssatz schon sehr stark im Unterbewusstsein abgespeichert. Natürlich braucht es unter Umständen ein paar Stunden diese Übung durchzuführen. Der Gewinn den du daraus bekommen kannst ist unglaublich groß.

Stelle dir noch einmal die Person mit dem Glaubenssatz: „Alle Menschen sind gegen mich“ vor. Stelle dir vor, sie würde den Glaubenssatz finden und würde diese Technik kennen, sie aber nicht anwenden, weil sie sich die Zeit dafür nicht nehmen möchte. Ein Leben lang hat sie nun zu kämpfen. Ist das ein schönes Leben? Nein! Und nur weil sie sich die Zeit nicht nehmen wollte …

Herzlichen Glückwunsch, da sind wir schon beim wichtigsten – das TUN! Ohne den aktiven Schritt zur Veränderung wird sich nichts verändern. Du musst es TUN um etwas zu verändern! 

Also – ich hoffe das war für dich informativ. Schreibe mir unten im Kommentar deine Meinung zu dem Artikel – ich freu mich deine Meinung zu hören :-)

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3 Kommentare

  1. Ihren guten Artikel möchte ich wie folgt kommentieren: Eigentlich ist es doch sehr einfach, das eigene Gedankenmuster zu verändern. Ich muss es aber in jedem Fall selbst tun und wollen. Ich glaube manche Menschen nutzen viel zu viel die Ausrede: Das kann ich nicht.
    Sie probieren es nicht einmal. Da ist das Vorhaben schon im Vorfeld gescheitert. Alles im Leben ergibt sich nur aus den eigenen Tätigkeiten.
    Liebe Grüße Birgit

  2. Danke für den Artikel :)

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